Nur wer loslässt, hat zwei Hände frei

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Die Erde dreht sich schneller, wenn wir zur Keynote fahren.
Wenn wir im Herbst zu unseren Vorträgen fahren, dann dreht sich die Erde schneller, wirklich!

Letzte Woche fuhren mein Projektleiter Josua Laufer und ich zu einer Keynote in das expansive Mercedes-Benz-Autohaus „Schade“ in Eisenach und auf einmal kamen wir auf der Autobahn geradezu in einen Laubregen. Wir stellten uns dann die Frage, wie viel Laub denn überhaupt so runterkommt im Herbst in Deutschland, in Europa, in der Welt und welche Auswirkungen das hat. Immerhin dreht sich auch die Erde durch das Fallen des Laubes schneller. Ohne Witz.

Wenn bei einem rotierenden Körper wie der Erde, Masse zur Drehachse hin verlagert wird, muss sich die Rotationsgeschwindigkeit erhöhen, um die Drehung nicht zu verringern. Das lässt sich mit den Pirouetten einer Eiskunstläuferin veranschaulichen. Wenn sie sich auf dem Eis dreht und die Arme an den Körper – also zur Drehachse – nimmt, so wird die Drehung schneller. So macht das auch unser Planet – nicht nur, wenn wir zu Keynotes fahren.

Liebe Klugmeier, bitte sparen Sie sich den Einwand, dass bei unserem Herbst auf der Südhalbkugel Frühling ist und dort die Bäume blühen. Das ist zwar richtig, doch auf der Nordhalbkugel gibt es mehr Land und viel mehr Wälder als auf der südlichen Hälfte unseres Planeten. Es bleibt dabei, dass im Winter mehr Masse Richtung Erdboden geht.

Und was für eine Masse: an einem Baum wachsen durchschnittlich 50.000 Blätter. Das sind allein in Berlin mit rund 1 Million Bäumen so an die 50 Milliarden Blätter die abfallen! Dazu kommen die Eicheln und Kastanien. Jede Eiche trägt bis zu 150 Kilo Eicheln. Bei den 38.453 Eichen (Ja, es gibt tatsächlich Baumzählungen!) in Berlin kommen rund 5.767 Tonnen zusammen. Und die 21.601 Kastanienbäume werfen je 50 Kilo Kastanien ab. Insgesamt 71 Millionen Stück. Aus 200 000 Kubikmetern Laub, die im Herbst zu Boden fallen, werden bis zum nächsten Sommer über 40.000 Kubikmeter Kompost. Und das alles nur in Berlin. Dann dürfen wir wohl bald Keynotes für die fleißigen Stadtreinigungen halten.

 

 

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